14.06.05Mobiles CSS, mobiles XHTML - Welche Inhalte eignen sich für den mobilen Einsatz

Benjamin Adam Howell geht der Frage nach, was man mobilen Geräten am besten liefern sollte. Eine alternative Version des Stylesheets oder eine veränderte Version des XHTML-Quelltextes der Seite. Zunächst habe ich seinen Artikel kurz zusammengefasst und mir davon ausgehend noch ein paar weitere Gedanken zum Thema gemacht.

CSS mobile Version

Mit CSS speckt man die Version für mobile Geräte über ein zusätzliches Stylesheet ab. Zwei wesentliche Dinge möchte man damit erreichen bzw. Rechnung tragen.

Die meisten Bilder und Grafiken sollen vor diesen Geräten versteckt werden. Erstens, weil man so das Transfervolumen reduzieren möchte und zweitens möchte man damit verhindern, dass sehr große Grafiken Besucher aus Platzgründen zum horizontalen Scrollen zwingen. Punkt zwei lässt sich damit erreichen. Aber eine Reduzierung des Datenvolumens nur schwer. Denn da diese Grafiken im Quelltext vorhanden sind, werden sie auch heruntergeladen, auch dann, wenn sie nicht angezeigt werden sollen. Anne van Kesteren hält das sogar für eine fehlerhafte Umsetzung durch die Geräte.

Benjamin Adam Howell fasst Vor- und Nachteile der mobilen CSS-Version wie folgt zusammen:

Pro

  • ein zusätzliches Stylesheet, keine zusätzliche Seitenversion
  • somit keine zusätzliche Subdomain oder Url

Contra

  • es wird weiter der gesamte Quellcode runtergeladen
  • die CSS-Unterstützung der mobilen Geräte lässt meist noch zu wünschen übrig; keine einheitliche Anwendung des Standards

XHTML mobile Version

Mit einer alternativen Version der Seiten will man den mobilen Geräten etwas besser verdaulichen Quelltext liefern. Schlanker, leichter und schneller auf das Wesentliche (die Inhalte) reduziert. Gute Idee, aber auch hier gibt es Vor- und Nachteile:

Pro

  • schlanker Quelltext ohne Grafiken erzeugt weniger Daten und so bessere Downloadzeiten
  • der mangelnde CSS Support stellt hier kein Problem dar; nur relativ wenig Einsatz von CSS nötig

Contra

  • zusätzliche Version der Seiten
  • mehr Wartungsaufwand

Hauptprobleme

Die größten Probleme bereiten die Tranferraten. Mobile Geräte sind und werden wahrscheinlich nie so leistungsfähig sein wie Desktop-Rechner. D.h. die Downloadzeiten der Inhalte einer Website sind in den meisten Fällen um ein vielfaches höher. Auch wenn man beispielsweise mit mobilem CSS Bilder und Grafiken versteckt. Sie sind nach wie vor im Quelltext des Dokuments ausgezeichnet und werden somit auch heruntergeladen.

Gerade dieses Problem ist das Hauptargument für alternative Seitenversionen. In diesen würde man die Bilder und Grafiken ganz einfach nicht auszeichnen. Man hätte so aber zwei Versionen zu pflegen. Man könnte es vielleicht etwas dynamischer lösen und ermitteln mit was für einer Art Gerät auf die Seite zugegriffen wird und im Falle eines mobilen Geräts entsprechende Tags nicht einfügen.

Der beste Weg - zumindest zur Zeit und noch für eine ganze Weile - dürfte sein, sich mit den Inhalten der Websites auseinander zu setzen und zu entscheiden, welche Dinge sich für den mobilen Zugriff eignen.

Was sind mobile Inhalte?

Nachrichten, Aktienkurse, Preislisten und ähnliche Inhalte halte ich am meisten geeignet für den mobilen Einsatz. Ich könnte mir vorstellen, solche Dinge auch mal unterwegs zu lesen - bisher tue ich das nicht. Solche Dinge eignen sich auch für RSS-Feeds, die sich auch aus den Inhalten der eigentlichen Seite erzeugen lassen. Somit hätte man direkten und schnelleren Zugriff auf diese Inhalte. Andere strukturelle und optische Eigenschaften der Website bleiben außen vor.

Was sind keine mobilen Inhalte?

Bildergalerien, Wallpaper, Flashsites etc. wären wohl weniger geeignet. Auch ist eher davon auszugehen, dass Besucher mit Handys usw. auch wenig Freude daran hätten. Mit horizontalem Scrollen - alternativ Miniaturansichten - und endlose Ladezeiten - bis hin zum Abbruch - hätte man dabei zu kämpfen.

Fazit

Entweder bietet man eine mobile CSS- und eine mobile XHTML-Version oder macht sich Gedanken über den Einstieg zur eigenen Site. Sprich man könnte eine Art Portalseite erstellen (die offizielle Startseite), diese sparsam halten und mit entsprechenden Hinweisen auf für mobile Geräte geeignete Inhalten versehen. Ich halte das, zumindest zur Zeit und mittelfristig, für den besseren Ansatz. Auch deshalb, weil doch eigentlich keiner wirklich alles auf einem kleinen Display betrachten oder lesen möchte. Es gibt wie bereits beschrieben mehr und weniger geeignete Inhalte für unterwegs. Der Rest ist auf dem Desktop (noch) besser aufgehoben.

Bookmarks

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  • DotNetKicks
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8 Antworten

  1. Julian am Jun 14, 2005 | Reply

    Vielen Dank für deinen Einblick - sehr interessant zu lesen, auch wenn man nur seine eigenen Überlegungen bestätigt sieht ;-)

  2. Guido Z. am Jun 15, 2005 | Reply

    Ich zweifel noch, ob XHTML mehr leisten kann als WML. WML ist nicht nur bezgl. des Displays auf kleine Formate spezialisiert (durch decks und carts). Vor allem die Belegung der Tasten direkt durch Markup-Elemente (z. B. der Accept-Taste) oder das Verlinken von Telefonnummern (mittels wtai://…) ist nichts, was man einem Screen-Browser zumuten würde - was aber die Handhabung mit dem Mobiltelefon wesentlich erleichtert.

    Von daher würde ich Inhalte für mobile Endgeräte weiterhin seperat erstellen.

    Zu den geeigneten mobilen Inhalten: Termine und Telefonnummern nicht vergessen!

  3. Oliver Schwarz am Jun 15, 2005 | Reply

    Wir haben für unsere Website etwas mit einer für mobile Engeräte optimierten CSS-Datei gebaut. Außerdem werden die Seiten leicht modifiziert generiert:

    -> kleinere Bildgrößen
    -> verkürzte Navigation (mit zentraler Sitemap als Sprungstelle zu allen Ebenen)

    Vorteil ist, daß beide Versionen der Website per CMS aus den gleichen Contents generiert werden können.

    Beispiel:
    http://mobil.schwarzdesign.de

  4. Björn am Jun 15, 2005 | Reply

    Das finde ich einen wirklich interessanten Ansatz. Es sind dann quasi nur noch zwei Arten von Templates zu pflegen?

  5. kronn am Jun 19, 2005 | Reply

    Also ich kann dem Ansatz einer getrennten XHTML-Version nicht ganz folgen. Sicherlich ist es möglich, das über ein CMS einfach umzusetzen, aber ich sehe die Notwendigkeit nicht.

    Das XHTML enthält aus meiner Sicht nur den Inhalt und ein paar Tags und IDs, die das CSS nutzen kann. Wenn Bilder dabei sind, gehören sie zum Inhalt. Alles dekorative verschwindet doch sowieso im CSS. Für mobile Geräte kann man dann ein extra-CSS anbieten, dass entsprechend schlanker ist.

    Für Drucker verwende ich ja auch ein extra-CSS (oder plane es) und keine extra HTML-Datei.
    Alles andere ist meiner Meinung nach ein Schritt zurück.

    Man könnte höchstens überlegen, mobilen Geräten Werbung und flickr-Streams zu ersparen.

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