08.07.05Microformats
Den Begriff Microformats liest man in der letzten Zeit immer öfter. Deshalb werde ich kurz zusammenfassen, was man darunter versteht - soweit es sich mir erschlossen hat - und worin die Chancen bestehen.
Was sind Microformats?
Auf der Website zum Thema werden diese wie folgt beschrieben:
Designed for humans first and machines second, microformats are a set of simple, open data formats built upon existing and widely adopted standards.
Eine Beschreibung, die viel sagt, aber irgendwie auch wieder nichts. Das bedeutet, es handelt sich um einfache, standardbasierte Datenformate. Die Hauptrollen spielen XML als “Datentransporteur” und XHTML als eine XML-Anwendung gibt das ganze browsergeeignet, zur weiteren Verarbeitung, aus. Es wird also nichts Neues erfunden, sondern Gutes im Idealfall optimal kombiniert. Es geht um die standardmäßige bzw. einheitliche Auszeichnung bestimmter Daten. Weiter steht zu lesen (Übersetzung aus dem Original):
- ein Weg über Daten nachzudenken
- Designregeln für (Daten-) Formate
- Anpassung an gegenwärtiges Verhalten und Verwendungsmuster
- enge Verbindung zu semantischem XHTML
- Ein Set einfacher, offener Datenformate, die aktiv weiterentwickelt werden für besseres, aktiveres Bloggen und die Veröffentlichung von Microcontent.
- eine evolutionäre Revolution
Microformate sind keine neue Sprache, kein neues Rad.
Potential
Das Potential dieser Datenformate liegt hauptsächlich in zwei Bereichen.
Bessere Vernetzung und Finden von Daten
Einigt man sich auf eine einheitliche Auszeichnung von Daten im Internet, kann man diese effizienter vernetzen. Damit ist die Suche besser zu definieren und die Daten sind dann auch leichter wiederauffindbar. Gezielteres Suchen und bessere Suchergebnisse. Denkbar wäre eine einheitliche (inhaltliche) Ausgestaltung von Suchformularen und die Schaffung harmonischer Datenbestände, dann wenn alle die einheitliche Datencontainer, Maßeinheiten und Schreibweisen verwenden. Das ganze - ganz wichtig - unabhängig vom Design im engeren Sinne. Eine Weiterentwicklung strikter Trennung von Inhalt und Layout.
Unabhängige Darstellung von Daten
Ein Standard, der inhaltlich und strukturell festlegt, wie Daten ausgegeben werden, ermöglicht die flexible Visualisierung - plattformunabhängig. D.h. zunächst liegen die Informationen als unformatierter Text und Daten vor. Mehr nicht, so als würde man für eine Website kein Stylesheet zur Steuerung des Layouts verwenden. Die Darstellung könnte dann individuell gewählt werden, durch eigene Stylesheets. So ließen sich Termine von verschiedenen Websites auf der eigenen einbinden und durch die Definition eines Stylesheets an das Design der eigenen Site anpassen. Z.B. für alle Events, egal von welcher Website die Informationen stammen. Voraussetzung ist wie gesagt die einheitliche Auszeichnung der Daten im Quelltext, damit alle bei der visuellen Formatierung die gleichen Selektoren nutzen können.
Außerdem setzt man (X)HTML-Elemente ein, die weitverbreitet Unterstützung finden. So ist es möglich, diese Daten auf allen Geräten darzustellen und danach, auf die Möglichkeiten der Geräte abgestimmt, enstprechend zu formatieren. Microformate werden sich nur dann durchsetzen können, wenn sie breite Akzeptanz finden.
Hype?
Zur Zeit werden die Microformats stark gehyped. Was auch daran zu erkennen ist, dass momentan sehr viel darüber geschrieben wird, um zu verstehen, um was es eigentlich geht. Trotzdem sollte man auch diese kritisch hinterfragen. Wer daran interessiert ist sollte die Entwicklung beobachten und auch diskutieren. Sie sind auf jeden Fall ein weiterer Schritt Richtung mehr Semantik im Web und sauber gecodete Websites. Es gibt viel zu tun, wie das eben so ist, wenn man einen allgemein gültigen Standard aufbauen möchte. Um eine kurze Trenderscheinung handelt es sich mit Sicherheit nicht.








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