16.11.05Webstandards, Barrierefreiheit, Google+Co.
Webdesign von heute ist mehr als das reine Zusammenstellen einer Website, in dem man (X)HTML und CSS lediglich verwendet. Es müssen sehr viele Aspekte berücksichtigt werden, die Bereitschaft zum täglichen Lernen wird vorausgesetzt. An Webdesigner werden mittlerweile höhere Anforderungen gestellt, als das früher noch der Fall war. “Früher” stellte man Inhalte mehr oder weniger einfach online. Heute muss man sich mit einer Reihe von Technologien auseinander setzen - vielmehr deren Verbindungen und Zusammenspiel - und die für eine bestimmte Website notwendigen bzw. sinnvollen Teile sauber integrieren. Außerdem gibt es eine Reihe anderer Dinge zu berücksichtigen, wie z.B. die Zugänglichkeit der Inhalte unter diversen Aspekten. Nur so gelangt man zu einer effizienten, zugänglichen und im Ergebnis erfolgreichen Website. “Die Webstandards” und Accessibility machen die Runde. Sie mussten kürzlich sogar zwei schmerzliche Niederlagen hinnehmen, wie die Beispiele ESPN und Disney Store zeigten. Eine bittere Lektion nach den jahrelangen Erfolgsgeschichten. Trotzdem führt der Weg zum Erfolg über sauber strukturierte und zugängliche Websites. Vielleicht liegt es aber daran, dass vieles, was die Standards an positivem mitbringen, nicht “Entscheider gerecht” kommuniziert wird.
Die aktuelle Barrierefreiheit-Google Diskussion offenbart ein teilweise nicht vorhandenes Verständnis vom Prozess der Entwicklung einer modernen, schlanken, zugänglichen und zugleich zukunftsfähigen Website. Allzu oft werden die Bausteine erfolgreichen Webdesigns isoliert betrachtet, anstatt sie harmonisch miteinander zu verbinden, um zu einem best möglichen Ergebnis zu gelangen. Genauso isoliert, wie man u.U. den Aspekt Barrierefreiheit im Bezug auf Suchergebnisse bei Google betrachten könnte, das teilweise vielleicht sogar tut.
Google liebt barrierefreie Websites, das ist klar. Auch wenn gute Suchergebnisse nicht nur über barrierearme Inhalte generiert werden. Barrierefreiheit bedeutet aber mehr als Google-gerechte Aufbereitung der Inhalte. Das Ergebnis einer barrierearmen bzw. zugänglichen Website sind zwar u.a. verbesserte Suchergebnisse bei Google. Das Ziel der barrierearmen Umsetzung einer Website besteht aber nicht in einer Optimierung der Suchergebnisse. Das darf nicht falsch verstanden werden. Evtl. bessere Suchergebnisse sind ein positives Nebenprodukt zugänglicher Websites. Nicht mehr, nicht weniger. Bevor man an Google – quasi eine Maschine – denkt, sollte man schon vorher an Menschen gedacht haben und erkannt haben, dass Zugänglichkeit mehr ist als die Verhinderung visueller Barrieren.
Nicht nur Blinden und Sehbehinderten stehen Barrieren im Weg. Betroffen sind auch Menschen mit anderen körperlichen Einschränkungen. Sogar für „ganz gesunde“ Menschen können sich im Web eine Vielzahl von Barrieren in den Weg stellen. Oft sind das Dinge, die einfach nur die Handhabung bzw. Bedienung einer Website betreffen. Im nächsten Schritt gilt es auch Barrieren für Maschinen aus dem Weg zu räumen. Da wären wir dann zum Beispiel bei den Robots der Suchmaschinen, die losgeschickt werden, möglichst treffende und wertvolle Informationen für Suchende zusammenzutragen. Für sie die Inhalte, mit Hilfe semantisch relevanter Elemente, entsprechend aufzubereiten ist auch ein Teilgebiet von Barrierefreiheit im Web. Andere technologische Aspekte sind genauso zu nennen. Wie z.B. verschiedene Browser oder Ausgabegeräte (Stichwort: mobile Webinhalte) und deren technische Möglichkeiten.
Wichtig ist vor allem, dass man Barrierefreiheit in Zukunft nicht nur als goldenen Schlüssel zu Google versteht und dabei all die anderen Aspekte der Barrierefreiheit von Websites vergisst! Es ist zudem wichtig, alle anderen qualitativen Merkmale zu berücksichtigen, die eine gute Website ausmachen. Am besten bewährt ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Planung, Konzeption und schließlich der Umsetzung einer Website, vieles kommt dann ganz von alleine.
Von den Inhalten, der Zielgruppe, über die semantisch relevanten Elemente unter Berücksichtigung der strikten Trennung von Inhalt und Layout, gelangt man zu einer guten Basis für eine gelungene Website. Hochwertig, zielgruppengerecht, zugänglich und ästhetisch. Google hilft man dabei fast von ganz alleine, wie übrigens anderen auch…








Heiko am Nov 17, 2005 | Reply
ram-online am Nov 17, 2005 | Reply
erst wenn erkannt wird, dass mehr geld in der
entwicklung viel mehr als
“nur” die barrierefreiheit bringt ist der weg frei