03.04.06Das ist Ihr Auftritt, nutzen Sie ihn!

Gutes Design hat großen Einfluss auf den Erfolg einer Website. Auch wenn gilt “Content is king”. Ist das Design nicht ansprechend, kann der Inhalt noch so gut sein. Oft ist der Besucher schon wieder weg, bevor er das hätte registrieren können. Umgekehrt ist es so, dass sich Besucher sattsehen und dann nicht mehr kommen. Sehr unterbewusst bewertet man etwa die Qualität und Aktualität angebotener Produkte auf Grund der ersten Eindrücke auf der Website. Nicht anders, wie wenn man in ein Geschäft geht. Ist es unaufgeräumt, muffig, dunkel oder was sonst, wird man - außer man weiß sehr genau was man will - schnell wieder Richtung Ausgang gehen.

Als ich letzte Woche auf der Suche nach einem passenden CMS war, konnte ich viele negative Eindrücke gewinnen. Etwa 100 Seiten zum Thema habe ich dabei besucht. Ich habe mich dennoch sehr bemüht, so objektiv wie möglich zu bleiben und mich auf die Anforderungen an ein passendes System zu konzentrieren. Trotzdem befürchte ich, dass das ein oder andere System bereits durchgefallen sein könnte, bevor ich dazu kam, die Kriterien sachlich zu bewerten.

Was macht also eine gute Website eines Anbieters aus, der Produkte im Internet anbietet? Natürlich an erster Stelle die Inhalte und die Eigenschaften der angebotenen Produkte. Davon abgesehen denke ich aber auch, dass uns das Design einer Website mehr beeinflusst, als man meinen möchte. Ganz so dramatisch wie oben dargstellt ist es nicht. Ich denke, wir konnten im Endeffekt die richtigen Kandidaten für eine weitere Bewertung finden. Mit dabei auch Systeme, die durch ihren Webauftritt zunächst nicht überzeugen konnten. Trotzdem werden wir durch visuelle Eindrücke beeinflusst.

Aktualität des Designs entscheidet mit

Die Aktualität des Designs lässt sich natürlich nicht immer objektiv beurteilen. Allerdings sollte man in regelmäßigen Abständen über die Präsentation der Inhalte nachdenken. So z.B. über verwendete Logos. Solche etwa, die ganz deutlich ästhetische Vorstellungen einer bestimmten Zeit transportieren, laufen Gefahr die Besucher irgendwann unterbewusst negativ zu beinflussen. Auch wenn wir diese bestimmte Zeit nicht genau fassen können. Sätze wie: Das sieht aus wie 1995, oder ähnliche hat der ein oder andere schon gelesen oder gehört. Gerade im Bereich der IT kann ein solches Design schwer den Eindruck vermitteln, aktuellste Technologie zu bieten - unterbewusst.

Natürlich gibt es Markenzeichen, die immer funktionieren, an denen die Zeit spurlos vorbeigeht. Das sind die Ausnahmen. Es gerade bei den Logos nicht um eine komplett neue Version, denn dann besteht die Gefahr, der Marke ihren Wiedererkennungswert zu nehmen. Dezent müssen solche Neuauflagen ausfallen, aber irgendwie etwas Neues bzw. Aktualität ausdrücken.

Es sind natürlich nicht nur Logos, die das Gesicht einer Website prägen. Wichtige Aspekte sind außerdem folgende:

  • Ansprechende Farben und Formen
  • Übersicht: Sind die wichtigsten Inhalte schnell zu finden und gut erreichbar?
  • Funktion: Finden alle Links ihr Ziel? Funktioniert die Website browserübergreifend?

Fazit

Will man im Internet Geld verdienen, muss man sich darüber bewusst sein, dass die Websites, so wie ein Laden auch, einen Geschäftsraum darstellen. Wie vom Laden, erwarten die Besucher entsprechend gepflegte Räume und lassen sich durch das Umfeld in ihren Kaufentscheidungen positiv wie negativ beeinflussen.

Mich würde interessieren, wer schon ähnliche Erfahrungen auf der Suche nach dem passenden Produkt gemacht hat. Speziell im Bezug auf das Design der Websites, die man auf dieser Suche besucht hat.

Links zum Thema

Demnächst

Derzeit bin ich dabei, bei einem Projekt mit dem CMS Joomla zu arbeiten. Ein Buch dazu, das ich ebenfalls lese, stelle ich bei Gelegenheit auf Webdevbits vor. Über die Eindrücke von der Arbeit mit dem System berichte ich hier im Blog, sobald das Projekt umgesetzt ist.

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13 Antworten

  1. macx am Apr 3, 2006 | Reply

    Als Designer bin ich knallhart: Gefällt mir eine neue Webseite vom Design her nicht auf Anhieb, dass schließe ich sie sofort - auch dann, wenn mich die Inhalte eigentlich interessieren. Vielleicht komme ich durch diese Engstirnigkeit nicht immer an relevante Informationen, aber ich und meine Augen müssen auch nicht leiden. ;-)

  2. Milos Radovic am Apr 3, 2006 | Reply

    Ich möchte dir hier voll und ganz zustimmen. Das Design und natürlich auch die Usability sind in meinen Augen DIE Erfolgsfaktoren und sollten dementsprechend immer beachtet werden. Also genug Zeit einplanen und so früh als möglich versuchen Ideen zu visualisieren!

    Nebst den von dir erwähnten Punkten finde ich folgende ebenfalls relevant und wichtig:

    · einheitliche Darstellung
    · einheitliches Farbschema
    · klare Inhaltsstruktur
    · alternative Zugänge

    Wie du schon erwähnst, ist die Aktualität des Designs sicherlich auch entscheidend. Erfahrungsgemäss kann ich hier hinzufügen, dass ein Design durchaus «reifen» kann und muss. Jedes Design benötigt seine Zeit um eine gewisse Reife zu erlangen. Selten wird eine Seite aufgesetzt und gar nicht mehr verändert. Oft entdeckt man erst nach längerem Testen “verstecktes” Potenzial…

  3. Stefan am Apr 3, 2006 | Reply

    Mir geht es da fast wie macx. Ohne ein ordentlichen Auftritt (Design, Struktur, Dokumentation…) meide ich die Firmen und somit auch ihre Produkte.

    Mir ist aufgefallen, das besonders Kleinstkunden (aka. Bäcker um die Ecke, Otto-Normalo) kaum Wert auf solche Dinge legen, und sie - um so schlimmer - oft nicht wollen, würdigen oder verstehen.

    Logo gross, am besten im Zentrum, Dienste klein, versteckt in der Ecke. Ego wichtig, Kunde nicht.

    Und an dieser Frage werde ich wohl noch eine Weile zu rätseln haben: Warum wohl der Großteil der Menschheit keinen Wert auf Ästhetik, Design und Form legt?

  4. Manuela am Apr 3, 2006 | Reply

    Mir geht es da ganz ähnlich wie macx und Stefan. Auch wenn mich die Inhalte noch so interessieren, haben es kompliziert gebaute und optisch wenig anprechende Seiten bei mir sehr schwer. Ich kann auch nicht verstehen, warum man in ein Produkt Arbeit und Zeit investiert und in dessen Präsentation dann umso weniger. Dabei ist es im Web doch wie im »wirklichen Leben«: Das ansprechend gestaltete Marmeladenglas landet eher in meinem Einkaufskorb als das hässliche Entlein ;-).

  5. Kai Laborenz am Apr 4, 2006 | Reply

    Na, da muss dann auch mal jemand eine abweichende Position vertreten…

    Bei nicht-repräsentativen Selbstbeobachtungen habe ich festgestellt, dass ich zwar mit dem Designerauge feststelle, wenn eine Site (z.B. gestern die I-MAX-Website) eher lieblos aussieht. Da ich dann aber doch die gesuchte Programmübersicht gefunden habe, habe ich den Besuch als erfolgreich bewertet. Umgekehrt wäre es anders gewesen.

    Für mich (als Nutzer) ist klar, dass der Inhalt einer Website weitaus wichtiger ist als das Daesign. Auch wenn der Designer manchmal nur den Kopf schüttelt…
    Natürlich ist es eigentlich keine “entweder-oder”-Frage. Ein gute Website benötigt beides - gute Inhalte und ein angemessenes Design (was im übrigen nicht unbedingt auch “schön” sein muss).

    Im übrigen tobt gerade ein Debatte, in der auch die gegenätzliche Auffassung zu diesem Artikel (”ugly is beautiful”) vertreten wird - mit
    ernstzunehmenden Argumenten:
    http://www.site-reference.com/articles/Website-Development/The-Surprising-Truth-About-Ugly-Websites.html
    http://scobleizer.wordpress.com/2006/03/04/the-role-of-anti-marketing-design/
    und manchmal weniger ernsten: (siehe Comic): http://www.ok-cancel.com/archives/article/2006/03/the-role-of-aesthetics-in-design.html

    Hoffe, der Spamfilter lässt die ganzen URLS durchgehen…

  6. beza1e1 am Apr 4, 2006 | Reply

    Da kann ich nur zustimmen. Vor allem auf der Suche nach Software, sei es ein CMS oder ein Desktoptools, verlasse ich mich oft auf’s Äußere. Ich denke mir dabei, wer sich Mühe gibt, eine schöne Verpackung zu basteln, hat sich auch Mühe mit dem Inhalt gegeben. Zumindest in der Open Source Welt trifft das oft zu.

  7. Jakob am Apr 6, 2006 | Reply

    Mir gehts da so wie macx. Habe festgestellt, dass meine Aufmerksamkeitsspanne beim ersten Besuch einer optisch absprechenden ( :-) ) Seite extrem kurz ist. Finde ich die gesuchte Information nicht innerhalb weniger Sekunden, so wird das Fenster alsbald geschlossen. Dann nehme ich lieber den gestiegenen Zeitaufwand in Kauf und suche nach einer ansprechend gestalteten und übersichtlichen Seite die mir die selben Informationen in besserem Gewand bietet.

  8. Vinzent am Apr 6, 2006 | Reply

    Hallo,
    hab mir gerade mal den “Ugly is beautiful”-Artikel überflogen und dazu ein aktuelles Beispiel. Ich hab einen
    Modekunden - hochwertge und realtiv teure DOB. Der hat seit 2 Jahren eine schlichte, aber stilvolle Website.
    Ab übermorgen hat er eine neue, genau nach seinen Vorgaben. Hässlich ist gar kein Ausdruck! Bildershow, grosses Logo, Times - Ende. Hat keine 2 Stunden gedauert incl. Design und neuem Logo! Ergebniss: Kunde völlig begeistert!! Und das schlimmste - er kennt seine Kundinnen ganz genau - die werden genauso begeistert sein. Ich fass es nicht, schäme mich und bin von jetzt an sprachlos.

  9. ConnyLo am Apr 10, 2006 | Reply

    Wir Designer haben ein Problem: weil wir wissen, wie schwer es ist, eine optisch ansprechende Website zu gestalten, in Farbe, Form, Aufteilung und deren Elementen wie Logo, Slogan sowie den ganzen funktionellen Dingen, weil wir erfahren haben, wie gut und wie schwer die valide Programmierung und Gebrauchsfähigkeit zu erreichen ist, werten wir das Design sehr hoch.

    Der normale Verbraucher weiss davon nichts. Für ihn zählt Content am meisten. Da er keine Formulierungen für gute Designarbeit hat, keine Unterscheidungskriterien kennt oder benennen kann, ist das Empfinden eher unbewußt. Und wahrscheinlich eher randständig. Wie kann er sein gutes Empfinden bilden, wenn er täglich von 1ooerten schlechten Erzeugnissen überflutet wird: von der Bildzeitung-Titelei, dem Etikett seines Waschmittels, usw.? Dann gibt es noch die Websites.

    Wir müssen zusehen, dass wenigstens in Designerkreisen gekämpft wird für Qualität. Das ist ein Privileg und zugleich eine einsame Freude, etwas Vernünftiges zu schaffen.

  10. Thibaud am Apr 19, 2006 | Reply

    Als ich auf der Suche nach einem Statikstiktool war, fiel es mir auch auf.
    Nur Wiederwillig habe ich manche Seiten gebookmarkt, um sie später zu testen.

  11. itxitx am Mai 30, 2006 | Reply

    Also wenn ich vor lauter Design und Flash und Animation mich nicht zurecht finde, klicke ich genauso schnell weg. Wenn dann noch langsam istr und während dem Lsen dauernd eine Flash läuft, dann nichts wie weg!

    Mir spielt der Inhalt auch eine Rolle (sogar wichtiger).

    Wenn schon Design, dann schlicht (ausser das Thema verlangt wirklich etwas mehr, je nach Branche).

    Dazu lassen sich viele schöne Seiten im Google schlecht finden!

    Übersichtlich ist mir wichtig, komme ich an die gesucht Info, ohne 10 mal zu klicken. Mehr als 3 Klicks will ich nicht machen, wenn ich etwas bestimmtes suche!

  12. Thorsten am Nov 4, 2006 | Reply

    Der Kommentar von “macx” hat mich dazu veranlasst mal etwas genauer hinzusehen. Gleich vorab - ich bin kein Web-Designer, was man auch leicht an meiner Website, deren Überarbeitung ich gerade in Angriff nehme, erkennen kann.

    Die Frage die ich mir stelle ist, was ist für mich als Gewerbetreibenden wichtiger? Ist es die vor Gimmicks überladene Site, überladener Content, oder die offensichtliche Platzierung in einer Suchmaschine.

    Vermutlich ist es etwas von alledem, denn ein Website-Besucher kommt in aller Regel über die Suchmaschine zu uns, weil er nach einem bestimmten Keyword gesucht hat. Dann ist es für mich natürlich wichtig den entsprechenden “Kunden” auch entsprechend anzusprechen.

    Manchmal vergisst man als “Fachmann/frau” schlichtweg, dass weniger manchmal mehr ist und überzogene Designs oftmals eher abschrecken, als dass sie anziehen.

    Leider habe ich in der Vergangenheit immerwieder Schelte von sog. Webdesignern einstecken müssen. Vermutlich auch zurecht, aber die Site funktioniert und kommt bei meiner Zielgruppe an.

    Das bringt mich als Nicht-Designer zu der Schlussfolgerung, dass neben dem über allem stehenden Webdesign eben auch Zielgruppenorientiertes Design besteht und es eben nicht allermanns Sache ist.

    Regards aus dem nicht ganz so fernen Kanada

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