15.06.06Zugang zu Webstandards - Teil 2

Der erste Teil dieser Serie befasste sich damit, wie man die Motivation für einen Wechsel zu Webstandards, vor allem im Unternehmen, schaffen bzw. steigern kann. Dieser zweite Teil wird sich mit der Qualitätsmessung und -beurteilung bestehender Webauftritte befassen.

  • Welche Dienste und Tools stehen zur Verfügung?
  • Was sagen uns die Ergebnisse der Prüfungen?
  • Was sind die nächsten Schritte?

Diese Fragen gilt es zu beantworten.

Wir beschränken uns hier zunächst auf zwei Qualitätsaspekte, die eine Basis für weitere Verbesserungen bilden.

  • Valider Quellcode bzw. (X)HTML
  • Valide Stylesheets bzw. CSS

Ist bereits eine Website vorhanden und wurde bisher nicht auf diese beiden Aspekte geachtet, müssen erste Prüfungen durchgeführt werden. Sie liefern eine ungefähre Standortbestimmung - aber noch nicht mehr. Warum wird noch erläutert.

Tools und Dienste

Es stehen eine Reihe kostenloser Tools und Dienste sowohl offline, als auch online zur Verfügung. Sie prüfen den Quellcode einer Website auf seine Richtigkeit bzw. validieren ihn gegen den - hoffentlich bereits angegebenen - Doctype, der praktisch den grammatikalischen Rahmen eines Webdokuments definiert.

Online

Offline

Browser-Extensions für Webentwickler

Für Firefox-Browser gibt es die Erweiterung Webdeveloper Toolbar, die zahlreiche Werkzeuge für die Browsertoolbar zur Verfügung stellt. Das entsprechende Tool für den Internet Explorer nennt sich Web Accessibility Toolbar.

Außer den genannten Links, gibt es eine große Anzahl weiterer Tools und Dienste. Eine etwas ausführlichere Übersicht findet man im Online-Handbuch für Webentwickler von Vitaly Friedman.

Interpretation der Ergebnisse

Wer sich bisher noch nicht um die Standardkonformität seines Quellcodes gekümmert hat, wird sich nach einem ersten Testlauf sehr wahrscheinlich mit einer langen Fehler- und Warnungsliste konfrontiert sehen. Diese Fehler gilt es Schritt für Schritt auszubessern. Die Tools bieten mittlerweile gute Erläuterungen zu ihren Fehlermeldungen und so lassen sich die meisten Fehler schnell abstellen. Der W3C Validierungsservice bietet außerdem eine Übersicht von Fehlermeldungen mit Erklärungen.

Waren die Prüfungen durch einen Validator erfolgreich, kann eine Website als syntaktisch korrekt bezeichnet werden. Der HTML-Code entspricht offiziell anerkannten Standards und ist technisch einwandfrei. Wie bereits angedeutet, kann dadurch noch keine Aussage über die tatsächliche Code-Qualität getroffen werden.

Bisher wurde rein der Aufbau des Codes untersucht. Ob dieser Code auch effizient und sinnvoll ist, lässt sich alleine durch automatisierte Tests noch nicht beurteilen. Semantik heißt das nächste Ziel.

Die nächsten Schritte - mehr Semantik

Semantik: Ein gewichtiges Kriterium, wenn es um wirklich guten Quellcode geht. Sie fordert die (X)HTML-Elemente nach ihrem vorgesehenen Einsatzzweck einzusetzen. Doch es ist nicht immer ganz leicht - teilweise eigentlich sogar unmöglich - diesen Einsatzzweck eindeutig zu bestimmen. Ist das nötige Know-How über semantischen Code bereits vorhanden? Beim Einstieg ins Thema Webstandards wohl nicht immer. Es wurden eine Reihe von Texten zu diesem Thema veröffentlicht, nach deren Lektüre man wissen dürfte, was die Semantik einer Website meint.

2005 habe ich selbst eine kleine Serie dazu geschrieben. Sinnhafte Websites beschäftigt sich mit den wichtigsten Elementen in (X)HTML und deren sinnvollen Einsatz.

Semantisch und korrekt?

Ist man soweit, dass man von einem validen und semantischen Quellcode der Websites reden kann, steht einer Qualitätsoffensive im Unternehmen nichts mehr entgegen. Es gilt jetzt, konsequent alle Websites der Webpräsenz zu überprüfen und bestehende Fehlerquellen zu eliminieren. Nach durchlaufenen Prüfungen und durchgeführten Korrekturen, haben die Websites nun alle Voraussetzungen dafür, wirklich gut zu werden. Richtig hohe Qualität ist noch etwas mehr als nur valider und semantisch nachvollziehbarer Code. Man muss sich bei der Konzeption von Websites mit weiteren Kriterien auseinandersetzen und den ein oder anderen Schritt weiter gehen.

Ausblick

Der dritte und letzte Teil dieser Serie klärt die, nach dem letzten Absatz wohl aufgekommene, Frage: Was macht die Qualität einer Website außerdem aus? Zusätzlich werden Maßnahmen zur Qualitätssicherung vorgeschlagen.

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6 Antworten

  1. xwolf am Jun 21, 2006 | Reply

    Bie den Offline-Tools sollte weblint nicht unerwähnt bleiben - denn es eignet sich sehr gut als Zusatzprogramm von serverseitigen CMS und Redaktionssystemen.

  2. ff-webdesignerde am Nov 23, 2006 | Reply

    Ja. Validität ist wichtig. Aber ganz ehrlich: was W3C teils als Fehler ausgibt (fehlende ALT-Tags auf spacer-gifs?) ist deutlich übertrieben und definitiv nicht alles wichtig.

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