08.07.06Zugang zu Webstandards - Teil 3

Mit diesem dritten Teil schließt die Serie Zugang zu Webstandards. Bisher erschienen sind:

Es ging in der Serie vor allem darum, Wege aufzuzeigen, wie man speziell innerhalb eines Unternehmens den Einstieg in die standardkonforme Webentwicklung findet und gestaltet. Trotzdem lohnt ein kurzer Blick auf das, was danach ansteht. Abschließend gehen wir also der Frage nach, was die Qualität einer Website außerdem ausmacht und wie man einen gewissen Standard hält oder auch verbessern kann. Neben sauberem und effizientem (X)HTML und CSS sind es andere Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen. Es ist über ein Qualitätsmanagement bzw. eine -sicherung nachzudenken. Dieser Prozess lässt sich in Unternehmen nicht ohne weiteres von A bis Z, von heute auf morgen und in sich abgeschlossen durchführen. Kaizen ist angesagt: Die Verbesserung in stetigen kleinen Schritten.

Allgemeine Einflussfaktoren auf die Websitequalität

Das Thema ist komplexer als man meinen könnte, die nur schwer messbare Qualität von Websites lässt sich nicht in wenigen Sätze definieren. Daher eine kleine Auswahl an Artikeln, die stellvertretend verdeutlichen sollen, worum es geht.

Qualitätsmanagement für Websites

Hat man einen guten Qualitätsstandard erreicht, ist es unbedingt notwendig, sich frühzeitig auch Gedanken darüber zu machen, wie man ihn hält oder sogar weiter optimieren kann. Die in Teil 2 aufgeführten Tools und Dienste sollten in regelmäßigen Abständen eingesetzt werden, um vor allem den Quellcode sauber zu halten. Damit lässt sich der technische Aspekt der Qualität abdecken.

Das Qualitätsmanagement für weniger bzw. gar nicht messbare Aspekte, gestaltet sich etwas schwieriger. Aber auch hier lassen sich gewisse Methoden anwenden, die sich von Website zu Website bzw. Unternehmen unterscheiden. Ein allgemein gültiger Ansatz lässt sich nicht empfehlen. Doch die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten sollten auf ihre Relevanz hin überprüft und möglichst umfangreich genutzt werden.

Regelmäßige Überprüfung des Quellcodes

Die Überprüfung des Quellcodes auf seine formale Richtigkeit bildet die Grundlage aller Qualitätssicherungsmaßnahmen. Sauberer Quellcode ist die Qualitätsgrundlage. Wie bereits erwähnt lässt sich der Sinngehalt des (X)HTML-Codes natürlich nicht messen. Die Struktur der Websites gilt es immer wieder kritisch zu hinterfragen. Als probates Mittel können z.B. Coderichtlinien dabei behilflich sein, für immer wiederkehrende Problemstellungen, Lösungsansätze bereitzustellen.

Auf weitere technische Aspekte wurde innerhalb dieser Serie bewusst nicht eingegangen. So z.B. auf Programmcode von Webapplikationen etc. Im Vordergrund steht die Informationsstruktur, der sinnvolle Aufbau und die Gestaltung von Websites. Natürlich gilt es auch alle anderen Ressourcen einer Website auf diesen Aspekt hin zu überprüfen. Das Funktionieren aller Websitebereiche und -erweiterungen ist jederzeit zu gewährleisten.

Erarbeitung von Codeguidelines

Wie solche Coderichtlinien in der Praxis aussehen können, hat Jens Meiert sehr anschaulich beschrieben. In XHTML- und CSS-Code-Richtlinien bei GMX beschreibt er die u.a. durch ihn erarbeiteten Richtlinien, wie sie bei GMX praktiziert werden.

Allgemein haben solche Coderichtlinien Einfluss auf verschiedene Aspekte bei der Entwicklung von Websites:

  • Übersicht
  • Schnellere Einarbeitung
  • Schlankerer Code und kleinere Dateien
  • Wiederverwendbarkeit von Code
  • Ergebnis: Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen

Codeguidelines betreffen nicht nur den Quellcode der Websites, sondern auch die Stylesheets (CSS).

Barrierefreiheit und Usability

Gerade neue Angebote, die auf Basis der bisher erarbeiteten Qualitätskriterien erstellt werden, gilt es frühzeitig auf ihre Zugänglichkeit und Benutzbarkeit hin zu testen. Sich alleine auf die technische Qualität zu verlassen, kann später zu bösen Überraschungen führen. Technisch einwandfrei, schön aber unbenutzbar und unzugänglich funktioniert nicht. Bereits frühzeitig gilt es Entwicklungsversionen zu testen. Strukturierte Testpläne, die es zu erarbeiten gilt, werden von einer Testabteilung - soweit vorhanden - und Benutzern der Zielgruppen getestet. Die Ergebnisse werden dokumentiert, Verbesserungen in den nächsten Entwicklungsschritt übernommen.

Links, Ladezeiten etc.

Die bis hierhin erläuterten Aspekte eines Qualitätsmanagements sind das Fundament langlebiger, zukunftssicherer und somit hochwertiger Websites. Es gilt weiter auf eine Reihe weiterer Kleinigkeiten zu achten:

  • Links: Finden alle Verweise ihr Ziel? Linkfriedhöfe wirken nicht aktuell und zeugen auf Grund einer quasi Fehlfunktion von geringer Qualität aus Sicht des Besuchers.
  • Ladezeiten: Dateien - v.a. Grafiken und multimediale Inhalte wie Flashfilme - sollten so klein wie möglich gehalten werden. Lange Ladezeiten haben negativen Einfluss auf das Surferlebnis der Besucher.
  • Aktualität der Inhalte und Informationsgehalt
  • Ausrichtung: Zielgruppe und Zielsetzung berücksichtigen

Fazit

Die Qualitätssicherung im Webdesign ist ein stetiger Prozess. Er ist nie beendet und erfordert einiges an Aufwand. Validierung, Tests, Dokumentation etc. werden allzu oft als lästig empfunden und oft hört man Aussagen wie: “Dazu haben wir jetzt keine Zeit mehr” oder “Das ist nicht im Budget”. Trotzdem: Der Aufwand lohnt sich. Die Zeit sollte man sich nehmen und die Qualitätssicherung als fester Bestandteil in die Projektbudgettierung übernommen werden. Wer Schritt für Schritt wirkungsvolle Methoden entwickelt und weiterentwickelt, profitiert davon. Aufwände für Entwicklung und Wartung werden reduziert, in einem Maß, dass sich der Initialaufwand zur Einführung eines solchen Prozesses in relativ kurzer Zeit bereits amortisiert.

Die Serie als Ganzes gibt es zum Download als PDF-Datei.

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