26.05.07Prototypen in der Webentwicklung

Jens Meiert ist mir zuvor gekommen und hat am 23. Mai den Artikel Anforderungen an Website-Prototypen veröffentlicht. Macht aber nix, ist gut geworden. Seine Beschreibung der wichtigsten Anforderungen an die Entwicklung und Wartung von Prototypen lässt erahnen, dass es dabei, je nach Anspruch an den Prototypen, um weitaus mehr geht, als das reine oberflächliche Design einer später existierenden Website/-anwendung.

Ergänzend und als Feedback auf seinen Artikel, noch ein paar Gedanken zum Thema meinerseits, die u.a. aus der täglichen Arbeit beim Webdesign in der Prototypentwicklung resultieren.

Qualitätskriterien

Allein die Herstellung und Existenz eines Prototypen ist keine Garantie für eine optimal konstruierte und zu bedienende Website oder Webanwendung (Anwendung). Im Gegenteil kann schlechtes Prototyping sehr schnell, sehr viele Ressourcen in Form von Zeit und Geld verschlingen. Im Extremfall wird nachgelagert oder parallel die Entwicklung der Anwendung gebremst und die Qualität des Endprodukts negativ beeinflusst. Wichtige technische und fachliche Qualitätskriterien einer Anwendung, die es zu berücksichtigen gilt, sind u.a.:

  • Bedienbarkeit und schlüssige sowie einfache Interaktion (Usability und Interaktionsdesign)
  • Performance bzw. Lade- und Wartezeiten (valider und effizienter Code)
  • Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Flexibilität (Wiederverwendbarkeit)

Hi-Fi

Schon bei der Entwicklung des Prototypen kann man gezielt Einfluss auf die spätere Ausprägung dieser Qualitätskriterien nehmen. Womit wir beim so genannten HiFi-Prototyping wären. Besonders die Entwicklung solcher High Fidelity (hohe Darstellungstreue; aus der Akustik: Wiedergabetreue) Prototypen erfordert bereits

  • konkrete Szenarien
  • klare Usecases und Anforderungen (Requirements)
  • gute Planung, Dokumentation und Kommunikation
  • sehr viel Disziplin bei der Entwicklung

Im Falle von Websites und -anwendungen definieren bereits die Hi-Fi Prototypen sehr detailliert das Gerüst, die Design-, die Interaktions- und die Manipulationsmechanismen - vor allem des UI. Es handelt sich dabei nicht mehr nur um die reine Vision und Gestaltung, sondern um einen konkreten Beitrag zur Produktentwicklung. Einen weiteren wichtigen Beitrag liefern sie zu Usability-Tests durch die späteren Anwender. Testergebnisse fließen im Idealfall schon in die erste Version des Endprodukts ein und bilden die Basis für weitere Optimierungsansätze.

Fazit

Die Orientierung an den von Jens formulierten Anforderungen und die konzentrierte Arbeit an deren Erfüllung, kann zu besseren und vor allem auch nachhaltig verwertbaren Ergebnissen führen. Gerade das Hi-Fi Prototyping muss u.a. im Hinblick auf die o.g. Qualitätskriterien und schließlich mit Fokus auf die Nachhaltigkeit der Entwicklung betrieben werden. Ist das nicht der Fall, kann man das Geld direkt aus dem Fenster werfen und sich bei dem guten Wetter die Zeit im Biergarten vertreiben.

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6 Antworten

  1. Edoardo am Mai 28, 2007 | Reply

    Ehrlich gesagt begreife ich gerade nicht ganz, was es mit diesem Prototypen auf sich hat. Entweder sind eure Artikel nur für zutiefst Eingeweihte verständlich, oder ihr habt etwas wichtiges vergessen.

  2. Eyoob am Jun 6, 2007 | Reply

    Zum einen vereinfachen grade diese Prototypen die entwicklung von qualitativen Websiten.

    z.B. Mootools in Kombination mit PEAR oder eZ

  3. Tom Traunstein am Jun 10, 2007 | Reply

    Ich persönliche halte sehr viel vom “HiFi-Prototyping”, weil die Vorteile ganz einfach für sich sprechen.

  4. Nico am Jul 5, 2007 | Reply

    Ein echt interessanter Bericht. Danke für die Info.
    Nico

  5. Ralf am Okt 7, 2007 | Reply

    Ich nutze Prototypen auch gerne, da es meist Sinn macht und mir schon viele Kosten gespart hat.

  6. Webdesign Rosenheim am Nov 20, 2007 | Reply

    Wir haben bislang sehr gute Erfahrung mit Hi-Fi-Prototyping gemacht. Der initial höhere Aufwand macht sich sehr häufig extrem schnell bezahlt. Vor allem wenn es um Usability und Logik geht. Gerade bei umfangreicheren und komplexeren Projekten werden Unklarheiten erst durch detaillierte Prototypen zu Tage gefördert.

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